Im Detail
1. Aufrufe externer Smart Contracts und grundlegende Upgrades (Q4 2026)
Überblick: In diesem Quartal stehen grundlegende Verbesserungen des Protokolls im Mittelpunkt. Dazu gehört die Möglichkeit, dass Smart Contracts nahtlos über verschiedene Shards hinweg miteinander interagieren können. Das gibt Entwicklern mehr Flexibilität. Außerdem soll das Netzwerk für die Mehrparteienberechnung (MPC) auf 21 Betreiber erweitert werden, um die Sicherheit zu erhöhen. Geplant sind auch eine umfassende Überarbeitung der Netzwerkschicht und die Einführung von Post-Quanten-Konten (NEAR-Roadmap). Zudem wird an höheren Grenzen für die Zahl der Shards und an der Durchsetzung von Sicherheitsvorgaben für TEE (Trusted Execution Environment, eine geschützte Ausführungsumgebung) gearbeitet.
Was das bedeutet: Für NEAR könnte das positiv sein: Die Verbesserungen erleichtern die Entwicklung und machen das Netzwerk robuster. Dadurch könnten auch komplexere dezentrale Apps (dApps) auf NEAR entstehen. Es gibt jedoch auch Risiken: Die technisch anspruchsvollen Änderungen könnten sich verzögern oder bei der Umsetzung Fehler aufweisen.
2. Start von SPICE V1 im Mainnet (Q1 2027)
Überblick: SPICE (Sharded Protocol for Improved Consensus Efficiency) V1 soll im Mainnet starten. Die neue Konsensschicht ist darauf ausgelegt, die Blockzeiten deutlich zu verkürzen. Angestrebt werden Verzögerungen von rund 200 Millisekunden (CoinMarketCap Community).
Was das bedeutet: Für NEAR könnte das positiv sein: Wenn Transaktionen schneller endgültig bestätigt werden, verbessert sich die Nutzererfahrung. Das könnte NEAR für Anwendungen mit vielen schnellen Abläufen, etwa Spiele und DeFi, attraktiver machen. Der Zeitplan ist jedoch als Orientierung zu verstehen. Verzögerungen bei Forschung oder Tests könnten den Start und damit auch die Vorteile hinausschieben.
3. Shardübergreifende Transaktionen in einem Block (Q2 2027)
Überblick: Bei diesem Meilenstein geht es darum, Transaktionen umzusetzen, die mehrere Shards betreffen und trotzdem innerhalb eines einzigen Blocks abgeschlossen werden. Damit soll ein wichtiges Problem für Nutzerinnen und Nutzer von Netzwerken mit Sharding gelöst werden: Vorgänge zwischen verschiedenen Shards können derzeit umständlich sein oder länger dauern (NEAR-Roadmap).
Was das bedeutet: Für NEAR könnte das positiv sein: Das Netzwerk könnte sich für Nutzerinnen und Nutzer wie eine einzige, zusammenhängende Blockchain anfühlen. Dadurch würde eine wichtige Hürde für eine breitere Nutzung wegfallen. Voraussetzung dafür ist, dass die vorherigen grundlegenden Upgrades stabil funktionieren.
4. Quantenresistenter Konsensmechanismus (31. Dezember 2027)
Überblick: NEAR will den Schutz durch Post-Quanten-Kryptografie von Kontosignaturen auf den zentralen Konsensmechanismus ausweiten. So sollen auch Validatoren und Erzeuger von Shard-Blöcken geschützt werden. Das Ziel erfordert umfangreiche Forschung; der 31. Dezember 2027 ist ein vorläufiger Zieltermin (TradingView News).
Was das bedeutet: Die Auswirkungen für NEAR sind neutral bis positiv. Das Vorhaben zielt auf ein langfristiges, grundlegendes Sicherheitsrisiko ab und könnte deshalb für institutionelle Akteure interessant sein. Es handelt sich jedoch um ein zukunftsgerichtetes Forschungsprojekt. Ein fester Einführungstermin oder eine bewährte Umsetzung quantenresistenter Kryptografie auf Ebene des Konsensmechanismus sind nicht garantiert.
Fazit
Die Roadmap von NEAR setzt im kommenden Jahr auf umfangreiche technische Arbeiten an Skalierbarkeit, Benutzerfreundlichkeit und langfristiger Sicherheit. Die geplanten Upgrades könnten NEAR als entwicklerfreundliche Layer-1-Blockchain stärken. Ihre Komplexität bringt jedoch auch Risiken bei der Umsetzung mit sich. Entscheidend wird sein, wie schnell Entwicklerinnen und Entwickler die neuen Möglichkeiten nutzen und damit eine spürbare Zunahme der Nutzung erreichen.