Im Detail
1. Zweck und Nutzen
Midnight geht ein zentrales Problem von Blockchains an: den Konflikt zwischen Transparenz und Datenschutz. Auf herkömmlichen öffentlichen Blockchains sind sämtliche Daten einsehbar. Das ist für vertrauliche geschäftliche oder persönliche Informationen oft ungeeignet.
Midnight setzt auf „rationalen Datenschutz“ (CoinMarketCap). Dabei kommen Zero-Knowledge-Proofs (ZKPs) zum Einsatz – ein kryptografisches Verfahren, mit dem sich die Richtigkeit einer Aussage belegen lässt, ohne die zugrunde liegenden Daten offenzulegen. So können Informationen gezielt freigegeben werden. Unternehmen können dadurch Anwendungen auf der Blockchain betreiben und zugleich Anforderungen wie die DSGVO sowie Vorgaben zur Geldwäschebekämpfung und Kundenprüfung (AML/KYC) berücksichtigen.
2. Technologie und Tokenmodell
Das Netzwerk verwendet ein besonderes Zwei-Token-Modell. NIGHT ist der öffentliche, native Token des Netzwerks. Die Gesamtmenge ist auf 24 Milliarden begrenzt. NIGHT wird für die Verwaltung des Netzwerks und das Staking genutzt und kann als Wertanlage dienen.
Wer NIGHT hält, erhält DUST – eine vertrauliche, nicht übertragbare Ressource, die mit der Zeit verfällt, wenn sie nicht genutzt wird (CoinMarketCap). DUST wird für die Ausführung vertraulicher Smart Contracts und für Transaktionsgebühren verbraucht. Dadurch sollen die Kosten für die Nutzung des Netzwerks von den Marktschwankungen des NIGHT-Preises entkoppelt werden. Entwickler und Unternehmen können so besser kalkulieren.
Außerdem bietet die Blockchain Compact, eine Programmiersprache auf Basis von TypeScript. Sie soll die Entwicklung datenschutzfreundlicher dezentraler Anwendungen (dApps) erleichtern.
Fazit
Midnight ist ein Infrastrukturprojekt für Blockchains, das Datenschutz als anpassbare und mit regulatorischen Vorgaben vereinbare Funktion versteht – nicht als absolute Geheimhaltung. Ob das Projekt erfolgreich ist, hängt davon ab, ob sein ausgewogener Ansatz genügend Unternehmen und Entwickler überzeugt. Wird das Modell des „rationalen Datenschutzes“ zum Standard für vertrauliche Anwendungen auf der Blockchain?