Hintergrund
1. Ausbau tokenisierter Vermögenswerte (positiver Einfluss)
Überblick: Hyperliquid baut sein Angebot an tokenisierten Vermögenswerten aus der realen Welt (RWAs) zügig aus. Am 16. Oktober 2026 kündigte EQX Labs an, gebührenfreie tokenisierte US-Aktien und ETFs auf der Plattform anbieten zu wollen (Yahoo Finance). Zuvor hatte Ripple Prime rund um die Uhr handelbare Swaps eingeführt, die über Hyperliquid-Kontrakte an mehr als 100 traditionelle Märkte gekoppelt sind. Ein Bericht vom Juli 2026 prognostizierte, dass RWAs bis 2027 für 75 % des Handelsvolumens von Hyperliquid verantwortlich sein könnten (CryptoBriefing).
Bedeutung: Mehr Handel mit RWAs erhöht direkt die Gebühreneinnahmen des Protokolls. Da mehr als 97 % der Gebühren verwendet werden, um HYPE-Token zurückzukaufen und dauerhaft aus dem Verkehr zu ziehen, könnte eine erfolgreiche Einführung von RWAs den Rückgang des Token-Angebots beschleunigen. Das könnte den Kurs mittelfristig stützen.
2. Zugang zum US-Markt (gemischter Einfluss)
Überblick: Ein regelkonformer Zugang zum US-Markt könnte ein wichtiger Wachstumstreiber sein. Präsident Trump erklärte am 19. August 2026, CFTC-Vorsitzender Selig arbeite daran, Hyperliquid in den USA verfügbar zu machen (Yahoo Finance). Payward, die Muttergesellschaft von Kraken, plant ebenfalls, US-Kunden über die regulierte Börse Bitnomial den Handel mit unbefristeten Futures auf Basis von Hyperliquid anzubieten. Dafür ist noch eine Genehmigung erforderlich.
Bedeutung: Eine Genehmigung würde Hyperliquid den Zugang zum größten Kapitalmarkt der Welt eröffnen und könnte die Zahl der Nutzer sowie das Handelsvolumen deutlich steigern. Der Genehmigungsprozess ist jedoch langwierig und sein Ausgang ungewiss. Eine Ablehnung oder strenge Auflagen könnten die Stimmung belasten und das Wachstum bremsen. Kurzfristig sind deshalb stärkere Kursschwankungen möglich.
3. Wettbewerbsdruck und ETF-Geldflüsse (negativer Einfluss)
Überblick: Hyperliquid steht zunehmend im Wettbewerb mit Anbietern wie Aster. Gleichzeitig fließt Geld aus den Spot-HYPE-ETFs ab. Am 15. Oktober 2026 verzeichneten alle drei aktiven HYPE-ETFs zusammen Nettoabflüsse von 10,28 Millionen US-Dollar (Bitcoin.com).
Bedeutung: Verliert die Plattform Marktanteile an Konkurrenten, kann das ihre Gebühreneinnahmen schmälern. Dadurch gerät auch das Modell unter Druck, bei dem Gebühren für Rückkäufe und das dauerhafte Entfernen von HYPE-Token aus dem Verkehr genutzt werden. Anhaltende ETF-Abflüsse deuten zudem auf eine kurzfristig nachlassende Nachfrage institutioneller Anleger hin. Das könnte den Verkaufsdruck verstärken und das Kurspotenzial begrenzen – zumindest bis sich die Marktstimmung wieder verbessert.
Fazit
Kurzfristig könnten Wettbewerb und die schwache ETF-Nachfrage den HYPE-Kurs belasten. Mittelfristig hängt das Wachstum davon ab, ob das Geschäft mit tokenisierten Vermögenswerten weiter zunimmt. Eine positive regulatorische Entscheidung in den USA wäre dabei der entscheidende Faktor.
Für Anleger ist es wichtig, das wöchentliche Handelsvolumen und offizielle Meldungen zur Regulierung in den USA im Blick zu behalten. Entscheidend ist, ob die Gebühreneinnahmen schneller wachsen als der Wettbewerbsdruck.