Ausführliche Analyse
1. Regulierung in den USA (positiver Einfluss)
Überblick: Der wichtigste mögliche Kurstreiber in nächster Zeit ist der Zugang zum US-Markt. Am 19. August 2026 erklärte Präsident Trump, der Vorsitzende der CFTC, Michael Selig, arbeite daran, Hyperliquid „auf vollständig regelkonforme und rechtmäßige Weise“ in die USA zu bringen (CoinMarketCap). Zuvor hatte Coinbase Derivatives im Mai 2026 eine Selbstzertifizierung eingereicht, um Perpetual Futures auf HYPE anzubieten. Eine offizielle Genehmigung würde Hyperliquids Produkten den Zugang zum größten Kryptomarkt der Welt eröffnen.
Was das bedeutet: Ein klarer Weg zur Zulassung könnte zu einer deutlichen Neubewertung führen, da sich dadurch die Nutzerbasis und die Beteiligung institutioneller Anleger erheblich vergrößern könnten. Der Ablauf ist jedoch ungewiss und kann Monate dauern. Bis dahin könnte der Kurs weiterhin stark auf Spekulationen und Verzögerungen reagieren.
Überblick: Der wichtigste Wachstumstreiber von Hyperliquid ist die Möglichkeit, ohne zentrale Genehmigung neue Märkte auf der Plattform einzurichten. HIP-3, eingeführt im Oktober 2025, ermöglicht es Drittanbietern, Perpetual-Futures-Märkte zu starten, wenn sie 500.000 HYPE hinterlegen. HIP-4 führte im Mai 2026 vollständig besicherte Prognosemärkte ein (CoinMarketCap). Die Plattform richtet ihren Fokus zunehmend auf reale Vermögenswerte (RWAs) und geht davon aus, dass dieses Segment bis 2027 für 75 % des Handelsvolumens sorgen wird (CryptoBriefing).
Was das bedeutet: Werden diese neuen Märkte erfolgreich genutzt, steigen dadurch direkt die Gebühreneinnahmen des Protokolls. 99 % davon werden zum Rückkauf und anschließenden Verbrennen von HYPE-Token verwendet (CoinMarketCap). So entsteht ein sich selbst verstärkender Effekt: Mehr Handelsvolumen führt zu einer stärkeren Verringerung des Token-Angebots und kann dadurch den Kurs stützen.
3. Konkurrenz und Gegenwind durch die Marktstimmung (negativer Einfluss)
Überblick: Hyperliquids früher Vorsprung bei Perpetual Futures auf der Blockchain schwindet. In den USA regulierte Plattformen wie Kalshi, Coinbase und Robinhood bieten inzwischen ähnliche Produkte an (Yahoo Finance). Gleichzeitig hat sich die Stimmung institutioneller Anleger abgekühlt: Am 22. Oktober 2026 verzeichneten HYPE-Spot-ETFs Nettoabflüsse in Höhe von 7,88 Millionen US-Dollar (TokenPost).
Was das bedeutet: Die zunehmende Konkurrenz könnte Hyperliquids Marktanteil und Gebühreneinnahmen unter Druck setzen und dadurch den Rückkaufmechanismus abschwächen. Die ETF-Abflüsse deuten darauf hin, dass große Anleger ihr Risiko reduzieren. Das könnte das kurzfristige Kurspotenzial begrenzen und stärkere Kursschwankungen begünstigen.
Fazit
Die Entwicklung von HYPE wird davon abhängen, ob starke Wachstumstreiber die zunehmenden Wettbewerbsrisiken ausgleichen können. Für Anlegerinnen und Anleger hängt der mittelfristige Ausblick davon ab, ob es konkrete Fortschritte beim Zugang zum US-Markt gibt und das Handelsvolumen in den neuen Märkten dauerhaft hoch bleibt.
Welchen konkreten nächsten Schritt wird die CFTC unternehmen, um den Status von Hyperliquid in den USA zu klären?