Im Detail
1. Ziel und Mehrwert
Holo soll die Grenzen herkömmlicher Blockchains in Bezug auf Skalierbarkeit, Kosten und Energieverbrauch überwinden. Ziel ist es, dezentrale Anwendungen (DApps) über einen gewöhnlichen Webbrowser zugänglich zu machen. Dafür entsteht ein verteiltes Hosting-Netzwerk: Die Teilnehmenden stellen Rechenleistung bereit, um Anwendungen auf Holochain auszuführen. So verbindet Holo diese Anwendungen mit dem übrigen Internet (CoinMarketCap).
2. Technologie und Architektur
Die Plattform basiert auf Holochain, einem Framework für die Entwicklung von DApps, das sich grundlegend von einer Blockchain unterscheidet. Statt eines globalen Konsensverfahrens nutzt es ein agentenzentriertes Modell. Dabei verwaltet jeder Nutzer – oder „Agent“ – eine eigene, signierte Datenkette. Geräte gleichen Daten nur dann mit direkt verbundenen Geräten ab, wenn es nötig ist. Das soll Datenschutz, Kontrolle durch die Nutzer und Skalierbarkeit verbessern und zugleich den Energieverbrauch im Vergleich zu Proof-of-Work-Systemen deutlich senken (TradingView).
3. Token und Umstellung
Der HoloToken (HOT) wurde 2018 als ERC-20-Token auf Ethereum geschaffen und dient als eine Art Schuldschein. Er soll gegen HoloFuel eingetauscht werden können – den internen Abrechnungstoken, der das aktive Netzwerk antreiben soll. Mit HoloFuel sollen Hosts dafür bezahlt werden, dass sie Rechenleistung bereitstellen. Die technische Umstellung von HOT auf HoloFuel war ein wichtiger Entwicklungsschwerpunkt und wurde bis 2026 aktiv getestet (Holo).
Fazit
Holo ist ein Infrastrukturprojekt, das auf eine skalierbare Alternative zur Blockchain setzt. Mit dem besonderen Holochain-Framework stehen die Kontrolle der Nutzer über ihre Daten und ein geringerer Energieverbrauch im Mittelpunkt. Wird sich das agentenzentrierte Modell weit genug verbreiten, um eine tragfähige Alternative für dezentrales Hosting im großen Maßstab zu werden?