Im Detail
1. Autobahn-Konsens-Upgrade (Q4 2026)
Überblick: Autobahn ist der letzte und wichtigste Baustein des Giga-Upgrades von Sei. Das Upgrade soll das bisherige Konsensmodell mit einem einzelnen Blockvorschlagenden durch ein Modell ersetzen, in dem mehrere Validatoren gleichzeitig Blöcke vorschlagen können. Dieser grundlegende Umbau soll dazu beitragen, das Ziel von 200.000 Transaktionen pro Sekunde (TPS) und einer Finalität von unter 400 Millisekunden zu erreichen (CoinMarketCap). Die Speichertechnologie Eidos und die Ausführungsumgebung Ares sind bereits in Betrieb. Mit Autobahn wird das Paket vervollständigt, das Aktivitäten im institutionellen Maßstab – etwa den Hochfrequenzhandel – unterstützen soll.
Was das bedeutet: Eine erfolgreiche Einführung wäre positiv für SEI. Sie könnte Sei als leistungsstarke Layer-1-Blockchain positionieren und neue Anwendungen mit hohem Transaktionsvolumen sowie institutionelle Nutzer anziehen. Fehler oder Verzögerungen bei diesem komplexen Umbau könnten jedoch die Stabilität des Netzwerks und das Vertrauen von Anlegern beeinträchtigen.
2. SIP-3: Wechsel zu einer reinen EVM-Architektur (läuft)
Überblick: SIP-3 ist ein von der Governance genehmigter Vorschlag, der parallel zum Giga-Upgrade umgesetzt wird. Ziel ist es, Sei von einer Kombination aus Cosmos- und EVM-Technologien zu einer Blockchain mit ausschließlich EVM-Technologie weiterzuentwickeln. In diesem als „Verschlankung“ bezeichneten Schritt sollen Hunderttausende Zeilen Cosmos- und CosmWasm-Code entfernt werden. Das soll die Codebasis vereinfachen, die Komplexität verringern und die Skalierbarkeit für Ethereum-Entwickler verbessern (CoinMarketCap).
Was das bedeutet: Die Auswirkungen auf SEI sind neutral bis positiv. Eine einfachere Entwicklungsumgebung könnte es Solidity-Entwicklern erleichtern, auf Sei umzusteigen und so das Wachstum des Ökosystems fördern. Gleichzeitig entfällt die Unterstützung für CosmWasm. Das könnte Entwickler aus dem Cosmos-Ökosystem vorerst abschrecken, bis sie ihre Anwendungen migriert haben.
3. Mehr Schutz vor MEV und KI-Werkzeuge (2026–2027)
Überblick: Der Fahrplan sieht einen besseren Schutz vor MEV vor. MEV steht für „Maximal Extractable Value“ und bezeichnet Gewinne, die Validatoren erzielen können, indem sie die Reihenfolge von Transaktionen verändern. Außerdem will Sei seine Werkzeuge und Entwicklungsumgebungen für KI-Agenten ausbauen. Dazu zählen Integrationen wie der MCP-Server. So soll Sei zu einer Plattform für autonome Anwendungen werden, die von Anfang an auf KI ausgelegt sind (Nick Research).
Was das bedeutet: Die Pläne wären positiv für SEI. Ein wirksamerer Schutz vor MEV kann den Handel fairer machen – ein wichtiger Vorteil für eine auf den Handel ausgerichtete Blockchain. Erweiterte KI-Werkzeuge könnten Entwicklern neue Möglichkeiten eröffnen und langfristig zusätzliche Anwendungsfälle und Nachfrage schaffen.
Überblick: Die Sei Foundation setzt für 2025 und die folgenden Jahre auf starkes Wachstum durch gemeinschaftsgetragene Initiativen. Geplant sind Programme mit frühem Zugang für erste Tests, Förderprogramme für Creator und zusätzliche Möglichkeiten für Feedback (Die Vision der Sei Foundation für 2025). Initiativen wie das Sei Street Team, für das 250.000 US-Dollar vorgesehen sind, sollen Menschen aus aller Welt stärker in die Community einbinden.
Was das bedeutet: Diese Initiativen wären positiv für SEI, denn eine aktive und engagierte Community ist wichtig für ein dauerhaftes Wachstum des Ökosystems. Die Programme können die Bindung stärken, durch Praxistests zur Verbesserung von Produkten beitragen und für mehr Aufmerksamkeit sorgen. Zusammen kann das die Netzwerkeffekte und die Nachfrage nach dem Token unterstützen.
Fazit
Der Fahrplan von Sei verbindet den Abschluss des umfangreichen technischen Giga-Umbaus mit gezielten Maßnahmen zur Förderung von Entwicklern und Community. Das bevorstehende Autobahn-Upgrade ist der letzte Baustein auf dem Weg zu deutlich mehr Transaktionsleistung. Danach wird sich zeigen, ob die Technologie auch durch eine breite Nutzung überzeugt. Kann eine Leistung auf dem Niveau klassischer Webdienste (Web2) tatsächlich dazu führen, dass mehr Entwickler zu Sei wechseln?