Ausführliche Analyse
1. Einführung des AI Compute Subnet (Positiver Einfluss)
Überblick: Render Network erweitert sein Angebot von 3D-Rendering hin zu dezentraler KI-Rechenleistung. Seit Mitte 2025 werden US-Node-Betreiber für KI-Aufgaben wie Inferenz und maschinelles Lernen ins Testnetz aufgenommen (The Render Network). Mit dem Start von „Dispersed.com“ im Dezember 2025 soll eine Plattform entstehen, die weltweit GPUs für skalierbare KI-Prozesse bündelt (Dami-Defi). Dies erweitert das Marktpotenzial erheblich.
Bedeutung: Wenn Render Network die Nachfrage nach KI-Rechenleistung erfolgreich bedient, steigt der Verbrauch von RENDER-Token für diese Dienste. Das führt zu einem höheren Token-Verbrauch (Burn), was den Wert der Token stützen kann. Bereits 2025 wurden 35 % aller Renderings durchgeführt, was auf starke Netzwerkeffekte hinweist, die durch KI noch verstärkt werden könnten.
2. Token-Ökonomie & Token-Emissionen (Negativer Einfluss)
Überblick: RENDER nutzt ein Modell, bei dem Token verbrannt werden, wenn Nutzer für Dienste zahlen, während gleichzeitig neue Token wöchentlich geprägt werden, um Node-Betreiber zu belohnen und die Stiftung sowie Förderprogramme zu finanzieren (The Render Network). Laut OKX Whitepaper gibt es insgesamt etwa 644 Millionen Token.
Bedeutung: Damit der Tokenpreis steigt, muss die Menge der verbrannten Token die neu ausgegebenen Token übersteigen. Die Analyse zeigt, dass monatlich etwa 50.000 RENDER verbrannt werden, während rund 500.000 RENDER an Nodes ausgegeben werden, was zu einem Verkaufsdruck führt (Dami-Defi). Diese strukturelle Inflation könnte Preissteigerungen begrenzen, sofern die Nutzung durch KI nicht stark genug zunimmt, um den Tokenverbrauch deutlich zu erhöhen.
3. Volatilität im KI-Kryptosektor (Gemischte Auswirkungen)
Überblick: RENDER ist eng mit dem volatilen KI-Kryptosektor verbunden. Anfang Februar 2026 fiel der Sektor um mehr als 20 %, da Befürchtungen aufkamen, dass große Tech-Unternehmen mit hohen Investitionen in KI dezentrale Alternativen verdrängen könnten (CoinMarketCap). Im Januar 2026 hingegen stiegen die Kurse im Sektor stark, was RENDER um über 70 % nach oben trieb (CoinMarketCap).
Bedeutung: RENDER profitiert von starken Kapitalzuflüssen in KI-Themen, leidet aber bei breit angelegten Verkäufen im Sektor besonders stark. Die mittelfristige Entwicklung hängt davon ab, ob dezentrale Rechenleistung gegenüber zentralisierten Cloud-Anbietern eine stabile Position erlangen kann.
Fazit
RENDER steht zwischen einem grundsätzlich positiven Wachstum durch die Ausweitung auf KI-Rechenleistung und einer eher negativen Token-Ökonomie mit Netto-Inflation. Für Anleger bedeutet das, dass die Kursentwicklung volatil bleiben dürfte, mit Aufwärtsbewegungen, die vor allem durch die Stimmung im Sektor getrieben werden, aber langfristig durch nachhaltiges Wachstum beim Tokenverbrauch bestätigt werden müssen.
Wird die Nutzung von KI-Anwendungen schnell genug wachsen, um die neu ausgegebenen Token zu übertreffen? Das bleibt die entscheidende Frage.