Im Detail
1. Grundlegender Zweck und Mehrwert
Livepeer möchte den Zugang zu teurer Recheninfrastruktur dezentralisieren und für mehr Menschen öffnen – zunächst im Bereich Video. Bei der Video-Transkodierung werden Rohvideos in Formate umgewandelt, die für unterschiedliche Geräte und Internetgeschwindigkeiten geeignet sind. Diese Dienstleistung wird derzeit vor allem von teuren, zentralisierten Anbietern erbracht.
Livepeer schafft einen Peer-to-Peer-Marktplatz, auf dem jeder mit verfügbaren Rechenressourcen solche Aufgaben übernehmen kann. Für Entwickler entsteht so eine deutlich günstigere und weniger zensuranfällige Alternative (Livepeer-Whitepaper). Mittlerweile umfasst das Modell auch KI-Anwendungen für Videos in Echtzeit, etwa das Erstellen von Live-Videoeinblendungen oder KI-Avataren. Damit bewegt sich das Netzwerk an der Schnittstelle zwischen dezentraler physischer Infrastruktur (DePIN) und künstlicher Intelligenz.
2. Funktionsweise des Tokens und Entwicklung des Netzwerks
Der Livepeer Token (LPT) dient der Koordination im Netzwerk. Orchestratoren, also Node-Betreiber, hinterlegen LPT als Einsatz. Damit signalisieren sie ihre Zuverlässigkeit und können Aufträge zur Videoverarbeitung erhalten. Delegatoren können ihre LPT bei Orchestratoren hinterlegen, denen sie vertrauen. Dafür erhalten sie einen Anteil an den Gebühren und den neu ausgegebenen Tokens. So können sie sich auch ohne eigenen Node an der Absicherung des Netzwerks beteiligen (Livepeer.org).
Eine wichtige Weiterentwicklung ist Livepeer 2.0, das im August 2026 gestartet wurde. Damit verlagerte sich der Schwerpunkt des Netzwerks von GPU-Hardware auf allgemein verfügbare Rechenleistung. Dadurch können auch Nodes ohne GPU und spezialisierte API-Anbieter teilnehmen. Das senkt die Einstiegshürde für Node-Betreiber und kann das Angebot an Rechenleistung für KI-Aufgaben vergrößern (TradingView News).
Fazit
Livepeer ist im Kern ein offener, durch ein Protokoll koordinierter Marktplatz für Video- und KI-Berechnungen. Der LPT-Token bringt die wirtschaftlichen Interessen von Anbietern, Nutzern und weiteren Beteiligten in Einklang. Während sich das Netzwerk von einer spezialisierten Videolösung zu einer vielseitig einsetzbaren Rechenplattform entwickelt, bleibt die Frage: Wie wird sich seine Rolle in der dezentralen KI-Infrastruktur weiter verändern?