Ausführliche Analyse
1. Token-Bewegungen des Teams (Negativer Einfluss)
Was passiert ist: Am 25. Januar hat eine On-Chain-Adresse, die dem Pendle Finance Team zugeordnet wird, 1,8 Millionen PENDLE-Token (ca. 3,61 Mio. US-Dollar) zur Kryptobörse Bybit transferiert (Coincu). Diese Token waren über 3–4 Jahre „vested“ (also mit einer Sperrfrist versehen) und stellen einen erheblichen Wertzuwachs dar.
Was das bedeutet: Große Transfers von Team-Wallets zu Börsen lösen oft Unsicherheit aus, weil Anleger befürchten, dass die Token bald verkauft werden. Auch wenn der Transfer aus operativen Gründen oder zur Diversifikation erfolgt, kann die Größe und der Zeitpunkt des Transfers kurzfristig Verkaufsdruck erzeugen. Händler sehen darin oft ein Zeichen für geringeres Vertrauen der Insider oder eine bevorstehende Verwässerung der Liquidität.
Worauf man achten sollte: Beobachten, ob die eingezahlten Token auf Bybit verkauft werden. Das würde die negative Einschätzung bestätigen und den Kursrückgang wahrscheinlich verlängern.
2. Protokollwechsel & Marktstimmung (Gemischte Auswirkungen)
Was passiert ist: Pendle befindet sich mitten in einer wichtigen Umstellung der Token-Ökonomie. Das bisherige vePENDLE-Modell mit Sperrfristen wird durch das neue, liquide sPENDLE-Staking ersetzt. Dieses bietet eine 14-tägige Auszahlungsfrist und leitet bis zu 80 % der Protokolleinnahmen in Rückkäufe (Coinlive). Der endgültige Snapshot für bestehende vePENDLE-Inhaber ist für den 29. Januar angesetzt.
Was das bedeutet: Das Upgrade soll langfristig die Kapital-Effizienz verbessern und institutionelle Investoren anziehen. Kurzfristig sorgt die Umstellung aber für Unsicherheit. Einige Anleger verkaufen PENDLE, um das alte System zu verlassen oder Komplexität zu vermeiden, was vorübergehend das Angebot erhöht. Gleichzeitig liegt der allgemeine Fear & Greed Index für Kryptowährungen bei 29 („Angst“), was die Risikobereitschaft für DeFi-Projekte wie Pendle dämpft.
Worauf man achten sollte: Die Nutzerzahlen und die Menge an sPENDLE-Staking nach dem 29. Januar zeigen, ob die Umstellung das Vertrauen stärkt und die Nachfrage wieder anzieht.
3. Technische Analyse (Negativer Einfluss)
Was passiert ist: Der Kurs von PENDLE liegt bei 1,89 US-Dollar, unter dem 7-Tage-Durchschnitt (2,00 $), dem 30-Tage-Durchschnitt (2,07 $) und weit unter dem 200-Tage-Durchschnitt (3,54 $). Das bestätigt einen starken Abwärtstrend. Der RSI-14-Wert von 39,52 zeigt zwar Abwärtsdynamik, aber noch keinen überverkauften Zustand. Der Kurs testet gerade die wichtige Fibonacci-Unterstützung bei 1,82 US-Dollar.
Was das bedeutet: Das Unterschreiten der gleitenden Durchschnitte zeigt, dass der Verkaufsdruck dominiert und es an Kaufinteresse fehlt. Fällt die Unterstützung bei 1,82 $, könnte der Kurs weiter stark nachgeben, da Stop-Loss-Orders ausgelöst werden.
Worauf man achten sollte: Ein Tagesabschluss über 1,90 $ könnte eine kurzfristige Stabilisierung anzeigen. Ein Bruch unter 1,82 $ würde den Abwärtstrend wahrscheinlich verstärken.
Fazit
Der Kursrückgang von Pendle ist eine Folge von beunruhigenden On-Chain-Aktivitäten, Unsicherheiten durch den Protokollwechsel und einer schwachen technischen Lage. Diese Faktoren überwiegen derzeit die langfristig positiven Grundlagen. Der entscheidende Moment wird der Snapshot am 29. Januar sein, der zeigt, ob die Inhaber dem neuen sPENDLE-Modell vertrauen oder ob weiterer Verkaufsdruck entsteht.
Wichtig zu beobachten: Hält der Kurs die Unterstützung bei 1,82 $ bis zum 29. Januar, oder beschleunigt sich der Verkauf?