Ausführliche Erklärung
1. Zweck & Nutzen
Humanity Protocol löst ein zentrales Problem im Web3: die fehlende, sichere und private Identitätsprüfung. Aktuelle Systeme sind oft zentralisiert und schaffen Datenmonopole oder fehlen ganz, was Anwendungen für Sybil-Attacken anfällig macht – also Angriffe, bei denen Bots gefälschte Identitäten erzeugen. Das Protokoll bietet einen Self-Sovereign Identity (SSI)-Ansatz (Humanity Protocol). Nutzer erhalten verifizierbare Nachweise von vertrauenswürdigen Ausstellern, speichern diese sicher und können Beweise teilen, ohne die zugrundeliegenden Daten preiszugeben. Das Ziel ist, die „menschliche Schicht für Web3“ zu werden und die ersten Milliarden Nutzer mit geschützter digitaler Identität zu versorgen.
2. Technologie & Aufbau
Das Protokoll ist eine Layer-2-Blockchain, die mit zkEVM (Zero-Knowledge Ethereum Virtual Machine) arbeitet. Das sorgt für Skalierbarkeit und Kompatibilität mit Ethereum. Die zentrale Innovation ist der Proof-of-Humanity (PoH)-Konsensmechanismus, der Handflächenerkennung als biometrischen Anker nutzt. Nutzer scannen ihre Handfläche mit dem Smartphone; das System erzeugt daraus einen einzigartigen, irreversiblen Hash, kein gespeichertes Bild. Diese biometrische Bestätigung wird mit Zero-Knowledge-Beweisen (ZKPs) kombiniert, sodass Nutzer kryptografisch nachweisen können, dass sie Menschen sind – ohne persönliche biometrische Daten offenzulegen. Die Architektur verteilt das Vertrauen dezentral und ermöglicht eine „Crowd-Sicherung“ durch verteilte Knoten.
3. Wichtige Unterschiede
Humanity Protocol setzt auf einen Datenschutz-von-Anfang-an-Ansatz, der sich von älteren und konkurrierenden Modellen abhebt. Im Gegensatz zu zentralisierten Web2-Logins oder föderierten Systemen (z. B. Anmeldung über Google) behalten Nutzer die volle Kontrolle und Zustimmung über ihre Daten. Im Vergleich zu anderen „Proof-of-Personhood“-Projekten wie Worldcoin, das Iris-Scans nutzt, gilt die Handflächenscan-Methode als weniger invasiv und läuft lokal auf dem Gerät ab. Zudem sorgen ZKPs und dezentrale Speicherung für überprüfbare Daten, die über verschiedene Blockchains und die reale Welt hinweg funktionieren – so entsteht eine tragbare Reputationsebene.
Fazit
Humanity Protocol ist ein datenschutzorientiertes Infrastrukturprojekt, das veraltete digitale Identitätsmodelle durch nutzerkontrollierte, verifizierbare und sybil-resistente Nachweise für das dezentrale Web ersetzt. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Kombination aus biometrischer Verifikation und kryptografischem Datenschutz im komplexen regulatorischen Umfeld der globalen digitalen Identität bewähren wird.